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TLS 047 Paganini Vol. II Konzerte für Violine und Orchester II & IV Mehr Musik, als man glaubt Wohl kein Interpret der jüngeren Ge-neration hat sich in den letzten Jah-ren derart gewissenhaft und geigerisch kompetent um das Werk Niccolò Paganinis bemüht wie Ingolf Turban. Übrigens auch um andere Komponisten, die nach einem Virtuosen der Extraklasse verlangen, wie et-wa Heinrich Wilhelm Ernst oder Karl Amadeus Hartmann. Nach den Paganini-Violin-konzerten Nr. 1 und Nr. 3 legt Turban bei Telos nun die Konzerte Nr. 2 und Nr.4 vor, als zweite Folge seiner Gesamtaufnahme mit dem WDR-Rundfunkorchester Köln unter Leitung von Lior Shambadal. Turbans Paganini klingt überaus ton-schön, kantabel und kristallklar. Hier spielt kein Draufgänger mit offenem Hemd und fliegenden Haaren, sondern ein wissender Musiker mit einem überragenden geigeri-schen Können. Turban veredelt die Musik Paganinis förmlich; da klingt nichts banal (auch im Orchester) und nur nach sportli-cher Violingymnastik. Natürlich steht Tur-ban völlig über den Dingen, und der Hörer fühlt sich beglückt bei einem derartigen Triumph über die Materie. Hier kann man sich entspannt zurücklehnen und auch die vertraktesten Passagen genießen - ohne je einen Absturz" fürchten zu müssen. Aber letztlich lenkt Turban das Ohr auf die Mu-sik. Und davon steckt mehr in Paganinis Partituren, als man vielleicht glauben mag. Kein Zweifel: Ingolf Turban gehört zu den ganz großen Paganini-Interpreten. Er steht in seiner dezidiert persönlichen Art und Weise - in einer Reihe mit Prihoda, Ricci, Rabin, Ashkenasi und Accardo. Ingolf Tur-ban, ein Paganini-Spezialist? Vielleicht. Aber Mozart spielt er ebenso feinsinnig. Norbert Hornig Fono Forum 4/05
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