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Imaginäre Dialoge
Die Werke von Joachim Blume, lange Jahre Professor für Komposition an der Musikhochschule Köln, sind so gut wie unbekannt. Umso verdienstvoller ist diese erste Portrait-CD mit Kammermusik aus den Jahren 1956-85. Sie dokumentiert elf Kompositionen unterschiedlichster Technik, Stilistik und Überzeugungskraft, die, fern aller Schulen und Moden, aber auch jeder Publikumsanbiederung, den Hörer unmittelbar ansprechen.
Häufig finden gestörte Kommunikationsprozesse ihren Niederschlag in Struktur und Artikulation, so in "Anrufung des Nichts -Protokoll eines imaginären Dialogs" (1977), das in avancierter Klangsprache sowie unter Einbeziehung gelenkter und freier Improvisation den Wechsel von Solo- und Tutti-Klang in immer weniger zusammenhängende Äußerungen treibt. Aber auch ganz konkrete außermusikalische Anknüpfungspunkte lagen Blume nicht fern: Die "Parabel" (1982) für Klavier lauscht der Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit eines Gedichtes des verschollenen Argentiniers Miguel Angel Bustos nach - mal expressiv zugespitzt, mal in (Traum-) verlorener Einsamkeit. "Anima Maris" (1985) für Flöte und acht Streicher hingegen bezeugt, wechselhaft wie sein Sujet, die Eindrücke des passionierten Seglers -moderner Impressionismus fast, zwischen glitzerndem Farbenspiel, aufwühlender Dramatik und stiller Kontemplation. Gestische Akzente auf der einen, verhaltener Lyrismus auf der anderen Seite sind Grundkonstanten von Blumes Musik. Letzterer schlägt sich nicht zuletzt in der häufigen Verwendung von Holzblasinstrumenten nieder, denen Blume auffallend schöne Melodielinien anvertraut, ohne sich in tonalen Reminiszenzen zu baden.
Die Leistungen der vielen Mitwirkenden bewegen sich auf unterschiedlichem Niveau.
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Dirk Wieschollek, Fono Forum 11/01
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