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Pünktlich zum 85. Geburtstag Dietrich Erdmanns brachte das Mülheimer ZO, dessen Dirigent sich dem Komponisten besonders verbunden fühlt, diese CD heraus, deren Programm schwerpunktmäßig auf das Geburtstagskind ausgelegt wurde. Exemplarisch vorgestellt werden jüngere und selten aufgeführte Werke des Komponisten: das Concertino für Xylophon, Metallophon und ZO (1998), das Concertino für Viola und ZO (1986), das Duettino für Mandoline und Gitarre (1984/1999) sowie Drei Lieder nach Texten von Omar, Herder und Silesius (2000). Ergänzt wird das Ganze durch die Bearbeitung der Symphonie B-Dur op. 6 Nr. 6 für ZO von Francoise-Joseph Gossec (Bearb.: Detlef Tewes). Die Aufnahmen zeichnen sich aus durch kraftvoll zupackendes Spiel, ausgezeichnete Solisten und diszipliniertes Orchestermusizieren. Die Einspielung kann sowohl hinsichtlich der Orchesterstücke als auch bezüglich der kammermusikalischen Beiträge als beispielhaft gelten. Großes Kompliment dem Mülheimer Zupforchester, das sich unter der künstlerischen Leitung von Detlef Tewes inzwischen unter die erste Garnitur der deutschen Zupforchester gespielt hat. Ganz überzeugend und sicherlich die beste Aufnahme des Stückes überhaupt ist die Einspielung des Duettino für Mandoline und Gitarre mit dem Geschwisterpaar Dagmar und Detlef Tewes. Wer sich selbst eine Freude machen und Zupfmusik auf höchstem Niveau hören möchte, kommt an dieser CD nicht vorbei. Das ZUPFMUSIKmagazin, Ausgabe 4/2002 Mülheimer Zupforchester legt neue CD vor Ein Gralshüter der Tradition und der Komponist der französischen Revolution sind auf der neuen CD des Mülheimer Zupforchesters vereint: Dietrich Erdmann, dem die Mandoline viel verdankt, und Francois-Joseph Gossec. Gossec (1734-1829), nur unwesentlich jünger als Haydn, hätte Bach noch persönlich begegnen können und starb im Alter von 95 Jahren - da war Schubert schon ein Vierteljahr tot. Berlioz, als dessen Vorläufer Gossec von manchen gesehen wird (etwa wenn er in einer Messe einen unsichtbaren Engelchor aus der Domkuppel heraus singen ließ), komponierte bereits fleißig. Eine unglaubliche Entwicklung, die dieser Meister miterleben durfte. Seine noch im Vorfeld der Revolution entstandene B-Dur-Sinfonie op. 6,6 wurde von Detlef Tewes, dem international bekannten Dirigenten der Mülheimer, arrangiert und kann ihren Reiz in dieser Fassung mühelos entfalten. Die hochvirtuose und spannende Wiedergabe erlebt ihren Glanzpunkt in der Fuge des 4. Satzes. Dietrich Erdmann, der heute in einer Woche 85 wird, ist den Mülheimern persönlich verbunden, hat dem Ensemble auch Musik gewidmet. Dass er "das Spielerische nicht als Mangel, sondern als Qualität begreift", wie es Oliver Huck im Covertext beschreibt, wird in den Stücken kammermusikalischer wie Tuttibesetzung immer wieder deutlich. Seine die Tonalität nie sprengenden Sätze können "im besten Sinne als Divertimento gelten". Wobei immer sauberes Handwerk spürbar wird. - Die Solisten Martin Hoffmann (Viola), Pascal Pons (Schlagzeug), Stefanie Tewes (Alt), Dagmar Tewes (Gitarre) und Detlef Tewes (Mandoline) bewegen sich wie das "MZO" auf herausragendem Level. Die Westdeutsche Allgemeine Zeitung Mülheim an der Ruhr, Ausgabe vom 13.07.2002
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