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nmz Man könnte Nicolaus A. Huber einen Forscher nennen, der die komplexen Beziehungen zwischen Individuum und Gesellschaft, Kommunikationsprozesse zwischen Innen- und Außenwelt auf der Ebene des Klanges produktiv werden lässt. In "Presente" (1979), einem vierteiligen, glänzend nuancierten Monolog für Posaune, fragmentiert er musikalische Allgemeinplätze und definiert sie quasi neu - Musik aus strukturellen Elementarteilchen: Fanfarenrhythmus, Jazzfloskel, Melodie, Lied ("Moorsoldaten"). Die schneidenden Klangtexturen von "La Force du vertige" (1986) hingegen tragen einer Seele Rechnung, die dauernd auf dem Sprung in ungesicherte Extreme zu sein scheint. Musik am Rande des Nervenzusammenbruchs, vom großartigen "ensemble avance" mit einer messerscharfen Agogik vorgetragen, die die Physis jeder einzelnen Klangestalt unmittelbar erlebbar macht. Ebenso Klangpräsent: Michael Bach im Solo "Der Ausrufer steigt ins Innere", das die elementaren Kommunikationsmittel des Protagonisten ins Subjektiv-Besondere überhöht. "Eröffnung und Zertrümmerung" (1992) ist ein Beispiel für Hubers zahlreiche multi-mediale Projekte. Während die Video-Projektion sich vom "reinen Licht" zu einer immer konkreter werdenden (sozialkritischen) Inhaltlichkeit wandeln soll, endet eine immer abstrakter werdende Musik im Sinuston. Eine solche Konzeption ergibt auf CD freilich nur bedingt einen Sinn.
Dirk Wieschollek, Fono Forum 8/01
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